"Rush-Hour des Lebens: Odd Couple und das ewig schlagende Herz des
Menschseins."
In Zeiten, in denen die Realität hinter gefilterten Bildern verschwindet und
Musik zunehmend von Algorithmen geprägt wird, legen Odd Couple mit ihrem
neuen Album „Rush-Hour des Lebens“ ein warm-buntes Album vor, das an
eine Zeit erinnert, in der Musik noch handgemacht war – roh, spielerisch,
fehlerhaft und dadurch überzeugend.
Auf die Frage „Wer spricht hier?“ müsste man antworten: Hier spricht das
talentierte, kreative Berlin im Alter zwischen 28 und 34, was sich, wie in jeder
neuen Lebensphase, konfrontiert sieht mit der Frage, welche verdammten
Weichen es einem solch fluide Leben überhaupt stellen soll.
Zwischen der Frage, ob man Vater werden soll, und dem plötzlichen Verlust
des eigenen. Zwischen der Sehnsucht nach etwas Bleibendem und der
Erkenntnis, dass die Jahre – diese Rush-Hour – wie im Fluge vergehen, ohne
dass man vielleicht jemals ankommt. Odd Couple entblößen hier auch ihre
Verletzlichkeit. Sie singen von Berlin, dieser Stadt, die alles sein kann und
doch oft nichts ist – außer ein Ort, an dem man tapfer seine Freiheit aushält
und nicht wissen kann, ob es nun der Ort für immer ist oder am Ende eine
Phase sein wird.
Es wird die unbändige Liebe zu Fuzzgitarren sein, zu starken Hooks und gut garnierten Synthies und natürlich
verschachtelten 90s Beats, die hier helfen, den Texten zu voller Strahlkraft zu
verhelfen. Überhaupt sind es glänzende Gedanken, die Odd Couple hier mit
uns teilen. Ich meine, wer kommt auf Titel wie „Häuser sind blöd“?
Starke Garage-Rock Gebilde treten hier den Beweis an, dass externe
Diese Platte erdet, erregt und beflügelt.
Wenn man Glück hat schlägt ein Herz in einem Album - in diesem hier
schlagen gleich zwei.